Transferzentrum Neurowissenschaften & Lernen

Ulm – eine von vier Wissenschaftsstädten in Deutschland. Als attraktiver Standort für viele Firmen und Institute, die den Science Park Ulm stetig wachsen lassen, wird diese Stadt auch als Wohnort immer interessanter. Die pulsierende Wirtschaft, die Universität und die Fachhochschule, sowie die zahlreichen Institute und Forschungszentren ziehen Immobilieninteressenten und vor allem Studenten förmlich an – zu Recht!

Wie man lernt zu lernen
Das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen ist interessanter Teil des Science Parks Ulm. Dort beschäftigt man sich intensiv mit dem Thema der Integration von Gehirn- und Bildungsforschung. Zahlreiche Mitarbeiter erforschen hier Tag für Tag kognitiv-neurowissenschaftliche Grundlagen zu Lernprozessen und versuchen unter anderem herauszufinden, wie man lernen muss, um in jedem Lebensalter altersgerecht lernen zu können, welche Strukturen hier vor allem beteiligt sind und wie dich deren Funktion verändert. Talentierte Nachwuchsforscher sind hier gern gesehen!
Bei der anwendungsorientierten Forschung an Schulen und Bildungseinrichtungen arbeitet das Zentrum zum Beispiel mit Kindergärten zusammen, um neue wissenschaftlich gewonnene Erkenntnisse in der Praxis anzuwenden. Das Transferzentrum bietet zudem die Weiterbildung von Lehrenden an, damit die praxisrelevanten Ergebnisse aus dem Bereich der Hirnforschung und deren Umsetzungsmöglichkeiten rasch weitergegeben werden. In der Medizin hat sich die enge Verbindung von Grundlagenwissenschaft und der klinischen Anwendung eindeutig bewährt.

Ausgangslage, Konzept, Projekt, Ziel!
Das Zentrum ist in mehrere Arbeitsgruppen unterteilt, die sich jeweils mit verschiedenen Forschungsthemen auseinandersetzen. In der Gruppe Sprache und Schriftspracherwerb ist zum Beispiel das Projekt MAUS entstanden, eine Studie über die Förderung mehrsprachig aufwachsender Kinder und die Fortführung eines vorläufigen Projekts. Hintergrund dieses Projekts basiert auf einigen vergleichbaren nationalen und internationalen Studien, aus denen hervorging, dass vor allem in Deutschland ein signifikant hoher Anteil an Kindern zu Schulbeginn nicht über ausreichende Sprachkenntnisse verfügt und somit von Anfang an deutlich benachteiligt ist. Zu einem großen Teil handelt es sich hierbei um Kinder mit Migrationshintergrund bzw. mehrsprachige Kinder. Ziel von MAUS ist es, ein sprachbasiertes Interaktionstraining für Erzieherinnen und Erzieher mehrsprachiger Kinder zu entwickeln, dieses bei zwei- bis dreijährigen einzusetzen und auf dessen Effektivität und Alltagstauglichkeit zu überprüfen. Ein solches Projekt läuft zwei Jahre, in denen immer wieder neue Erkenntnisse gewonnen werden, die das ursprüngliche Konzept in eine andere Richtung lenken könnten. Klar ist jedenfalls: Das Wie und das Warum bestimmen den Alltag eines jeden Wissenschaftlers und machen diese Arbeit zu einem spannenden Rätsel.

Foto © lightpoet (Fotolia)

Sciencepark Ulm